Du sollst dir kein Bild machen

Sich ein Bild machen, diese Aktivität ist immer auch unweigerlich verbunden mit einer Bewertung, Darstellung, Motivation, Intention und einem Kontext. Ein Problem ist hierbei sicherlich, dass „sich ein Bild machen“ auf ein fertiges  Bild abzielt, welches man gegebenenfalls irgendwo hinstellen kann oder auch nur in seinem Kopfe mit sich herum trägt. Das bedeutet, es wird etwas festgeschrieben, in einem Bild. Dieses Etwas (von dem sich ein Bild gemacht wird) hängt immer auch lose zusammen mit Anderem, aus dem es herausgegriffen wird, als wären es zwei getrennte Dinge, als würde man aus einem Spinnennetz einen Knotenpunkt herausgreifen und dieses dann als vollständiges Bild des Netzes auffassen. Das heißt, dass das Bild seiner Natur nach eine künstliche Begrenzung des Abgebildeten ist.

Wie ist es nun, wenn der Mensch sich ein Bild von einem anderen Menschen macht? Was wird hier festgeschrieben und wie? Die Leistung, der Charakter, das Aussehen, das emotionale Verhältnis zueinander, (ja selbst so etwas paradoxes wie) das Potential und der Mensch insgesamt, wird festgeschrieben. Es entsteht eine künstliche Begrenzung des Menschen auf ein spezifisches Bild, von einem anderen vorgenommen. Der Betrachter macht sich ein Bild des Menschen von seinem subjektiven Standpunkt aus.

Da dieser subjektive Standpunkt so stark begrenzt ist, ist es dem Betrachter, selbst mit ausgezeichneter Selbstkenntnis, nicht möglich, das Andere außerhalb seines Selbst zu erfassen. So muss jede Momentaufnahme an ihrer Unvollständigkeit scheitern. Wenn hierzu noch hinzu gedacht wird, dass alles wovon wir uns ein Bild machen, aus unendlich vielen Momenten, Schichten und Ebenen besteht, wird die Dimension der Begrenztheit einer Abbildung besser vorstellbar. Zusätzlich zu der Multidimension eines Menschen ist auch noch ein besonderer Aspekt, nennen wir es die Komponente x, zu beachten, die seine Vergangenheit und Zukunft umfasst, die weder er selbst noch ein anderer genauer benennen könnten, auf Grund der nicht wissbaren Zukunft.

Ein Bild eines Menschen ist demnach ein äußerst begrenztes Ergebnis einer subjektiven Studie.

Wenn jetzt bedacht wird, wie oft am Tage Menschen sich Bilder von anderen Menschen machen; sei es im Arbeitsleben, in der Ausbildung, im Freundeskreis, in der Beziehung oder innerhalb der Familie, wird deutlich wie wichtig es ist, sich dieses Phänomen zumindest einmal deutlich zu machen.

Was soll mit solchen Überlegungen gewonnen werden, wenn es außer unserer menschlichen Fähigkeit zu liegen scheint, jemanden und etwas außerhalb unseres Selbst ganz begreifen zu können, möchte man vielleicht einwenden. Und ferner möchte man noch hinzufügen, dass unsere heutige Zeit doch diese Art der Bewertung und der Festschreibung zwingend erfordert. Beides ist unstrittig wahr und doch ist es gerade deshalb wesentlich, sich diesen Mechanismen und Tatsachen bewusst zu werden, da sie unser Leben ja unmittelbar betreffen, sowohl diesbezüglich, dass man selbst sich ein Bild macht, als auch, da von einem selbst Bilder gemacht werden.

Obwohl es unstrittig ist, dass ein Mensch nur über eine begrenzte Sicht verfügt, so besitzt er immerhin die Möglichkeit, diese immer wieder neu festzulegen und zu hinterfragen. Das bedeutet, auch wenn wir nicht umhinkönnen, uns immer ein Bild zu machen, können wir doch uns dessen bewusst sein, dass es zeitlich und perspektivisch begrenzt ist und somit nur ein Aspekt von unendlich vielen ist. Ja wir können noch weiter gehen und das Bild (im Gegensatz zu einem Standbild) als dynamisches Bild auffassen, welches permanent netzartig durch Aspekte erweitert werden kann und sollte. Auch wenn dieser Prozess immer noch unvollständig und subjektiv ist, wird er dennoch dem Prinzip eines dynamischen Lebens eher gerecht. So sollten wir an uns selbst immer den Anspruch stellen, die Bilder, die wir uns machen als vorläufige zu betrachten, seien es die Selbstbilder oder die Fremdbilder.

[i] Mit der Bildnis Thematik im weiteren Sinne beschäftigten sich u.a. auch Brecht und Frisch. Interessanterweise ist es bei Frisch der Liebespartner, mit dem man nicht fertig werde und der einen die Dinge wie zum ersten Male sehen lässt, wobei nach Frisch die Liebe genau dann endet, wenn wir meinen den anderen Menschen zu kennen, das Bild demnach statisch geworden ist. So hält Frisch es für hinderlich, sich überhaupt ein Bild zu machen und den Anderen damit festzuschreiben, ihm das ‚Geheimnis‘ zu nehmen.

Brecht wiederum sieht die Bildnisthematik etwas pragmatischer, nämlich dass wir uns zunächst immer Modelle von allem machen. Und diese Modelle (auch von Menschen) müssten natürlich parallel zu den Veränderungen, die ein Mensch durchläuft angepasst werden. Doch es geht nach Brecht auch vice versa; hält man einem Menschen (s)ein gutes Bild von ihm vor, könne er sich diesem nach entwickeln. Demnach müsse es darum gehen, „gute“ (im Sinne von möglichst wohlwollend(e)) Bilder von Menschen zu entwerfen.

Bildnisthematik

[i] Max Frisch, Tagebuch 1946. 1946, S. 31ff

Bertolt Brecht: „Über das Anfertigen von Bildnissen“ In: Schriften zur Politik und Gesellschaft. Frankfurt am Main 1974, S. 168.

 

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Zustandsskizze 3

Rot gepunktete Abgrenzung und umhüllendes Samtiges durchziehen diese Wirklichkeit. Diese eine, oder nur meine? Ein Geschenk.
Zwei Kraftfelder durch die Nähe überlagert, zu stark um nicht zu verschmelzen. Eine vollkommene, namenlose Gewissheit wird daraus geboren. Ein Zustand des Vertrauens in etwas. Diese tiefblaue Zuversicht in Lebensstunden der Essenz.
Ein Lächeln als Antwort auf Zumutung, eine Leichtigkeit als Antwort auf den Moment. Eine deutliche Struktur des Nichts. Unsichtbares Prickeln. Wohltuende Distanz auf ein Leben – ein Spiel, eine Hüpfburg.
Immer wieder fliegen, hoch und hoch.
Prickelnde Sichtbarkeit, eine Zeigung vor euch und der Ewigkeit.
Deutliche Gewissheit. Eingeschrieben; Male aus dem Nichts und in das Nichts.
Zärtlichkeiten der Verwandtschaft, du trägst meinen Gesichtszug. Gedankengenetik, nur aus einem Gefühl geborgen, in den Charakter eingeprägt.
Wie viel Katalyse ist genug?
Die Augen so weit, so wach. Wie ist die Unveränderlichkeit des Unbewussten mit der dynamischen Erinnerung vereinbar?
Hochgezüchtet und weiter nichts. Was ist hoch und wozu gezüchtet?
Du, ein Zuchtmeister?
Ein neues, ein anderes ist immer denkbar. Suizid undenkbar. Maximum des UnSinns.
Kein Ausweg, keine Ausrede, keine Ablenkung zu klein, um wieder zu finden. Aus multiplen Perspektiven gewarnt.
Die Grenzen der Erfahrung gesetzt durch…
Eine Hierarchie der Wünsche erstellen. Wollen, jeden einzelnen, bis zum Ende. Ein Angriff auf mein Bewusstsein, eine Impertinenz der Sinnesbeschneidung.
Neue Gemeinschaft in Hochzucht; Einweg Materie. Keine Formen, Gestaltung, von Farben ganz zu schweigen. Massiges Maskenfest im Tanz der Anerkennung. Gehen.
Bleiben; Ein Prinzip so schlicht, wie schön.
Aufbauen.
Unerschütterlicher Vorschuss für den Kontext des Umfelds. Verschränkende Begeisterung, ein Bund im Interesse. Gelockt, kurz, manches Mal grau – die Fragen, immer sind es die fragenden Augen.
Eine Änderung im außen und plötzlich dort ein Spargel. Wohl eher ein Fisch? Vorher nichts und plötzlich dort ein Spargel.
Gemeinsamkeit, hier nicht dort.
Ein grober Schnitzer, eine feine Meditation. Alles nähe ich neu und um. Keine Entwicklung ausgeschlossen. Geblümt, zum anfassen. Es ergreift mich. Ich begreife. Ein Traum so versteckt. Aufschäumende Wellen aus dem Amateriellen. Jederzeit denkbar.
Alles wird erfühlt und durchwatet in stiller Übereinkunft. Der Schaum beseitigt, die Wogen gekämmt.
Immerzu: die Notwendigkeit der Struktur.
Immerzu: die Abänderlichkeit des Moments.
Immerzu: die Vergegenwärtigung der Möglichkeiten.

Bücherstapel 2

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Der Hunger plagt mich. Ich gehe aus; in das schönste Restaurant welches ich kenne: Blomqvist. Dort gibt es seltene Delikatessen und Kaviar im Tagesangebot, er heißt hier Mängelexemplar und schmeckt selbstverständlich köstlich. Ich berausche mich an kleinen Leckerbissen, hier ein Kuchen, dort ein Horsd’oeuvre. Ich stopfe alles in mich rein, lasse keinen Krümmel übrig. Jetzt schnell noch ein Aperitif und dann lasse ich mir die Leckereien einpacken. Alle zum mitnehmen bitte! Auf dem Gepäckträger türmt sich meine Nahrung. Oh wie satt werde ich sein!

 

 

 In meinem Fahrradkorb
[von unten nach oben]:

 

 
„Katherine Mansfield. Eine Lebensgeschichte.“ von Claire Tomalin [Beim stöbern fällt mir plötzlich dieser Name ins Auge: Mansfield. Vom hören kenne ich diesen Namen, dahinter verbirgt sich wichtiges, dessen bin ich mir sicher, ansonsten weiß ich wenig. Ein Grund mehr, dieses Buch zu kaufen, mir die Autorin über ihre Biographie zu erschließen. Das funktioniert gut; ich entwickle spezifische Gefühlszustände und Bilder zu den einzelnen Personen, der Staub fällt von ihnen ab und ich lerne sie kennen. So kann ich dem vergessen zuvor kommen. Einen wunderschönen, guten Tag Katherine Mansfield, ich freue mich Sie kennen zu lernen!]

„Else Lasker-Schüler Konzert“ Hrsg. von Friedhelm Kemp [Else Lasker-Schüler, ich bin begeistert. Welch Freude ich hatte, ihre expressionistischen Gedichte in der Schule zu interpretieren. Eine unglaubliche Frau – schon zu Lebzeiten wurde ihr außergewöhnliches Talent gelobt und gleichzeitig eine solch tragische Lebensgeschichte. Franz Marc war ihr Brief-Freund, sie malte auch…Die Vielschichtigkeit dieser Frau, welche sich in ihrem Werk niederschlägt, fasziniert mich. Ich möchte mehr davon. Mehr von ihr lesen und sehen. Ihre Gedichte sind wie Gemälde; schreiende Farben und borstige Zustände, nebst feinen Hoffnungen, kollektiver Selbstvergewisserung und tiefblauen Landschaften des Exils. Ich bin gespannt.

„Sand“ von Wolfgang Herrndorf [TSCHICK war mir ein Begriff; wegen den Theateraufführungen, sein Autor war mir lange kein Begriff…ARBEIT UND STRUKTUR, seltsamer Name für einen Blog, denke ich. Klingt ziemlich streng, irgendwie akkurat, vielleicht auf die Essenz reduziert, überlege ich weiter. Nachdem ich nicht mehr an dem Name Hernndorf vorbeikomme, beginne ich ARBEIT UND STRUKTUR zu lesen und bin gefangen. Obwohl Weihnachten ist und ich eigentlich mit meiner Familie Zeit verbringen will, rase ich die ersten Tage nur durch den Blog. Wie besessen folge ich den Wortbrocken, umrunde scharf geschnittene Sätze, pausiere vor Sinneinheiten in Hochauflösung und blicke gen Schluss erschüttert in einen Abgrund. Als mein Bruder TSCHICK in der Schule behandelt, lesen wir uns gegenseitig laut vor. Von unserem Lachen angezogen, erweitert unsere Mutter die Leserunde – alles lacht. Obwohl unser Humor -spektrum durchaus unterschiedlich ausgeprägt ist, bilden wir eine Allianz des Vergnügens, der Scharfsinn als Kompromiss der Generationen. Von dem Buch SAND war schon im Blog die Rede. Umso spannender das Buch jetzt, da es tatsächlich fertig ist, zu lesen; mit der Möglichkeit parallel die Anmerkungen des Autors zum Entstehungsprozess abgleichen zu können. Mir war lange nicht klar, wie unmittelbar Werk und Leben der Autoren meist miteinander verstrickt sind. Seit dem ich diese als untrennbare Geschwister identifiziert habe, lese ich gerne ein Werk gleichzeitig zu der Biographie eines Autors. In Herrndorfs Fall eine Autobiographie, ursprünglich als privates Blog für die Freunde geschrieben; eine Dokumentation des Kampfes gegen einen bösartigen Hirntumor, welcher ungewöhnlich viele Menschen mit Anteilnahme folgten. Jetzt bin ich sehr gespannt ob SAND der Schreibweise des Blogs und TSCHICK ähnelt. Auch seine Bilder gilt es für mich noch zu entdecken. Doch eins nach dem anderen, zuerst SAND dann Malerei. ]

„Ingeborg Bachmann. Sämtliche Erzählungen“ und „Ingeborg Bachmann. Gedichte, Erzählungen, Hörspiel, Essays.“ von Ingeborg Bachmann [Wann und wie ich das erste Mal auf sie gestoßen bin, habe ich vergessen. Vielleicht während der Beschäftigung mit Max Frisch, oder wegen dem „Bachmann-Preis“? Plötzlich war sie mir jedenfalls präsent und ich recherchierte im Internet, las ihre Biographie, schaute mir Dokumentationen über sie an und je mehr ich fand desto faszinierter war ich. Wer war diese Frau, die sich einerseits so zart und leise gab und andererseits alles überstrahlte? Liebesgefährtin von Paul Celan und Max Frisch, aufstrebender Star der legendären Gruppe 47, Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Komponisten Hans Werner Henze… Der Spiegel widmete erstmals in der Literaturgeschichte einer Literatin die Titelgeschichte…Gerade der Kontrast zwischen ihrem komplexen Werk und Äußerungen wie die Männer seien alle krank, steigern mein Interesse zusätzlich. Langsam möchte ich allerdings die Oberfläche verlassen und mich ihrem Werk selbst widmen.]

„Die Radiotrinkerin“ von Max Goldt [Ah Max Goldt war der nicht damals bei den Surrealisten? Hoppla, das war doch Max Ernst, dann kenne ich den hier wohl doch nicht… Egal. Die Radiotrinkerin, welch grandioser Neologismus ich pirsche mich näher an das Buch heran; erste Prosaarbeiten, schöne Texte aus den achtzigern lese ich. Klingt gut. Ich habe eine vage Vorstellung was mich erwarten könnte, die lässt sich aber nicht in Worte transkribieren, vielleicht hat es eine Ähnlichkeit mit Eugen Egner, aufgrund von ähnlicher Verschrobenheit und Freude am Wortwitz? Das Titelbild erinnert mich an Loriot… Das ist bestimmt eine seltene Kostbarkeit mit Garantie auf Heiterkeit, bin ich mir sicher als das Buch über den Ladentisch wandert.]

„Kindermund“ von Pola Kinski [Keine Ahnung weshalb mich dieses Buch ansprach. Ich wusste was man sich über Klaus Kinski berichtet und das seine cholerischen Auftritte berühmt berüchtigt gewesen sein müssen. Vielleicht wollte ich lesen, wie solch ein umstrittener Kinski wirklich gewesen sein soll, ob seine Auftritte nur gespielt waren? Das Wort Kindfrau auf der Buchinnenseite lässt mich Schlimmes befürchten. Auf die Kindheit, welche Pola Kinski in ihrer Autobiographie beschreibt, war ich nicht vorbereitet. Schockiert lese ich über die Realität eines Mädchens, welches als Tochter eines Psychopathen aufwächst und von diesem aufs Schlimmste missbraucht wird, während das Umfeld scheinbar nichts davon gewusst haben will und die Gesellschaft ihn als Enfant terrible feiert. Durch welch unermessliche Seelen- Qualen sie gegangen sein muss, davon bekomme ich beim lesen eine Ahnung. Nach dem Buch bin ich verstört und muss das Schreckensgebilde erst verarbeiten. Gleichzeitig wird mir wieder bewusst, dass für prominente Persönlichkeiten, welche eine gewisse Bekanntheit-schwelle überschritten haben, die Gesetze nicht mehr zu gelten scheinen und ihnen keiner mehr Einhalt gebieten möchte. Die Bekanntheit hebt sie als Gesetzlose in einen Überstatus. Aufgrund von Verblendung, Ehrerbietung, oder weil an der Macht und dem Erfolg teilgenommen werden möchte; wird alles diesen Prominenten verziehen und bagatellisiert. Im Dienste des Erfolgs sind Schwierigkeiten und Skandale ja erwünscht, denn die tugendhaften Charakterzüge seien langweilig…]

„Das Gegenteil von Einsamkeit“ von Marina Keegan [Die Werbung funktioniert und auch die Sensationsnummer zieht bei mir offensichtlich. Ich lese das Buch einer 22-jährigen Literaturstudentin welche wenige Tage nach ihrem Yale Abschluss, bei einem Autounfall stirbt. Das was der Hype versprach, kann es nicht wirklich halten. Es ist nicht schlecht und ich habe die Autorin durchaus lieb gewonnen, aber ich gestehe es ungern ein, die vielen Auszeichnungen und das Aufsehen um das Buch finde ich nicht ganz gerechtfertigt; wobei ich nicht vergessen darf, dass ich die deutsche Übersetzung las. Ich denke der Satz sie sei zweiundzwanzig und man merke ihren Texten an, dass sie zweiundzwanzig sei trifft zu. Nichts desto Trotz mochte ich das Buch, es ist sehr lebendig.]

„Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek [Wie konnte ich nur so lange nichts von und über Elfriede Jelinek wissen? Mir war sie lediglich im Zusammenhang mit der Inszenierung der Winterreise am Theater ein Begriff, aber ich ahnte nicht, welche Person sich hinter dem Name versteckte. Auch auf die Auswirkungen der kleinen, recht unscheinbaren Lektüre, war ich mitnichten gefasst. Ich durchlebe währendessen sogar mir grundsätzlich fremde Gefühlszustände, welche in mein Emotionsrepertoire eingehen, wie Vokabeln einer fremden, neuen Sprache! Ist das nicht die Bestimmung guter Literatur? Natürlich hat Elfriede Jelinek den Literaturnobelpreis bekommen. Ihr Sprachwitz und die eigenwilligen Metaphern und Kontextualisierungen führen ein ungewöhnliches und einmaliges Eigenleben. Nachdem ich gezwungenermaßen zur Voyeurin der Protagonistin werde, welche ihrerseits, wie in einem Spiegelkabinett, zur Voyeurin wird, verfolge ich sie mit zunehmender Ratlosigkeit. Ich kann nicht behaupten, dass es mir auf emotionaler Ebene Freude bereitet dieses Buch zu lesen, einer Protagonistin dabei zuzusehen, wie sie tragisch scheitert ist nicht nur unangenehm, sondern in diesem Falle quälend. Doch die Literarische Qualität entschädigt den emotional verwehrten Genuss. Die kürzlich von mir konsumierte Buchbesprechung, des früheren Werkes LUST, im Rahmen des literarischen Quartetts mit Marcel Reich-Ranicki, bestätigt mein Unbehagen. Psychologisch handelt das Buch wohl von den brutalen Seiten und Dynamiken der Geschlechter, welche es durchaus zu untersuchen gilt. sich gleichzeitig allerdings schwer aushalten lassen. Mit ihren Büchern leistet Elfriede Jelinek offensichtlich einen essenziellen Beitrag zum Feminismus. Nach der KLAVIERSPIELERIN kann ich zwei Tage kein Buch mehr ansehen, was meinen Leseangewohnheiten durchaus widerspricht. Die Protagonisten verfolgt mich noch mehrere Tage, ganz zu Schweigen von der Zeit während der Lektüre, in welcher mir der Name Erika beständig wie ein Ohrwurm durch den Kopf pfiff…]

Begegnung 2

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Auf Wohnungssuche.
Heraus aus der Bahnstation (welche habe ich vergessen) und hinein ins Straßengetümmel, Richtung unbekannter Wohnung. Von weitem sehe ich schon, dass ich mich geirrt haben muss, ein Neubauhochhaus. Trotzdem schaue ich sie mir an, erscheine wie verabredet zum Termin.

Nachdem ich diesen abgehandelt habe, laufe ich ziellos umher. Wie in einem Trancezustand laufe ich, direkt auf ein wunderschönes, riesiges altes Holzhaus zu. Das ist es, da muss meine Wohnung zu finden sein, imaginiere ich vor mich hin. Ich laufe weiter auf das Haus zu und stelle mir vor, die Tür sei offen und die Wohnungen darinnen alle leerstehend.
Das Haus zieht mich in seinen Bann. Warum nicht einfach mal probieren, ob die Tür offen ist? Gedacht, getan. Tatsächlich, die Tür lässt sich mit einem leisen knarren nach innen aufschieben. Ich trete aufgeregt ein. Ein gutmütiges, altes Haus, es riecht nach Holz und knarrt. Wie ein weiser, nachsichtiger, alter Mensch nimmt es mich auf. Ich lasse mich von meiner Neugier treiben. Aufgeregt laufe ich hinein, die einzelnen Treppenstufen und Stockwerke erklimmend. Ich sauge alle Eindrücke und Details auf; über jeder Wohnungstür befindet sich ein kleines Fenster, in welches ich von dem nächst höheren Treppenabsatz hineinlinse. Es ist staubig und still. An den Klingelschildern, außer im  ersten Stock, keine Namen. Als ob man das Haus sich selbst überlassen hätte. Die Wohnungen scheinen schon länger leer zu stehen, ich kann mein Glück nicht fassen. Im letzten Stockwerk angekommen, weiß ich nicht weiter.
Aufs Dach? Eher nicht, ich drehe um. Das Haus habe ich bereits ins Herz geschlossen, könnte mir sehr gut vorstellen hier zu wohnen. Als ich wieder im ersten Stock angelangt bin, bleibe ich stehen und starre auf das vorhandene Klingelschild. Spontan entscheide ich mich, zu klingeln. Bin ich übergeschnappt, was soll ich dem Menschen sagen? Soll ich wegrennen? Zu spät, es ist tatsächlich jemand zuhause. Die Tür öffnet sich langsam. Ein Mann mittleren Alters, lang und ziemlich schmal, mit ovalem Gesicht und spitz vorstehender Nase, dunklem, aber glattem Haar und rechteckiger Brille schaut mich etwas erstaunt an; ja!? Da ich eigentlich keinen berechtigten Grund habe, mich in dem Haus aufzuhalten, erfinde ich geradeheraus: Hallo, ich habe gehört, hier gibt es freie Wohnungen? Er lächelt freundlich, ja das habe ich ganz richtig vernommen, und bittet mich in die Wohnung herein.
Ich denke dass kann doch kein Zufall sein und trete, meiner losgelösten Stimmung folgend, ein.  Als erstes fällt mein Blick auf einen massigen Pelzmantel, welcher an der Innenseite der Eingangstür hängt. Als hinge ein erlegtes Tier an der Tür. Ansonsten ist die Wohnung weniger rustikal, als vielmehr intellektuell, überall Bücherregale, aus welchen die Bücher nur so hervorquellen. Wunderschöne Holzdielen und auch hier Bücherstapel.. Der Mann bittet mich, nachdem ich die Küche kurz besichtigen durfte, ins Wohnzimmer. In der Mitte ein runder Holztisch und gegenüber ein Klavier. Ich bin an einen Künstler (wie aus dem Bilderbuch) geraten. Er schlackst hierhin und dorthin, ich bestaune die Fischgemälde an seinen Wänden. Auf meine Frage, ob er ein Fisch-Fan sei, lächelt er und erzählt mir, dass er die Bilder selbst male und ebenfalls im Auftrag anfertige. Das gefällt mir, ich versuche mir vorzustellen, wie man derart von Fischen fasziniert sein kann und komme nicht dahinter. Allerdings mochte ich schon immer diese Art „Lexikon -zeichnung“. Eine detailreiche, mit Liebe angefertigte Skizze, mit altmodischer Beschriftung.
Er erkundigt sich, ob wir wohl zusammen Wein trinken mögen – wieso nicht? Wir sitzen an dem runden Tisch, in der Mitte ein Aschenbecher und am äußeren Rande unsere Weingläser. Wir reden über das schöne Haus, welches angeblich einem reichen Ausländer gehört, der wohl gerade nicht erreichbar wäre, da er mit seiner Jacht in den weiten des Meeres unterwegs sei. Wie schade, denn ich brauche eine verbindliche Zusage für eine Wohnung…Ich erkundige mich danach, was der melancholische Herr ansonsten treibt. Ja, er wirkte sehr einsam, ein bisschen verschroben, aber überaus fein und liebenswert. Er berichtet mir von seiner Arbeit als Komponist und seiner Vorliebe für allerlei Spielzeuginstrumente, welche wir später noch auf diversen Flohmärkten finden sollten… So unterhalten wir uns noch eine Weile über unterschiedliche Abstrusitäten und Feinheiten des Kosmos. Ich bin fasziniert von seinem Lebensstil.
Mit einem Gefühl des Zaubers und um eine Bekanntschaft reicher, mache ich mich wieder los. Am Ende des Tages bin ich mir sicher; Spontanität und Neugier zahlen sich aus. Ja, solch ein Leben müsste man führen, einfach der Nase nach in der Stadt verloren gehen…

Zustandsskizze 2

Farben miteinander, gegeneinander und übereinander arrangieren.
Lichtdurchflutet!
Ätherisch schimmerndes Grün, deckt sich mit dem zarten rosa, des Anfangs.
Eine dunkle, tiefe Grundierung, Erwartung und Verästelung der Zukunft.
Bitterkeit und Frische aus den einzelnen Segmenten, eine Motivation so wach. Ein großer, transparenter Teppich, durchwebt von feinen Empfindungen und Stimmungen. Unkonventionell, unvollständig und ungeschliffen, die Leuchtkraft der Unbedarften.
Alles echt, alles voll.
Quirliges, prickelndes etwas, in verschiedenen Ecken, verlorengehen, ein Abenteuer erleben, den Gesetzen der Neigung und des Gefühls folgend.
Eine Spielhalle, eine Spelunke, ein Bordell.
Weshalb dort?
Inszenierung neben tiefster Authentizität. Immer ein Spiel mit dem echten Gefühl.
In der Menschenmenge weinen.
Und doch hält auch das Metall nicht stand, alles hat seine Zeit.
Daraus das Wunder, die Einzigartigkeit?
Das laufende, rennende – immer in Bewegung seiende, dem Gesetz der Effizienz entsagende. Mit wie viel Überschwang und Überfluss.
Kreisrund, einer anderen Empfindungswelt entstanden.
Neue Sinne!
Augen welche nicht sehen.
Doch die Tiefen des Grunds blicken. Sich klar abzeichnende Äste, in einer flirrenden, angefüllten Luft. Die grundständige Perfektion, weder schön noch hässlich. Die absolute Essenz des Seins – in Leere geronnene Klarheit. Bis alles wieder verschwimmt.
Ebenenwechsel.
In der alltäglichsten Banalität schimmert die Essenz hindurch. Einfach und tausendfach näher als erwartet, doch so ungenutzt. Gerade der Lücken bedarf ein jeder. Entwicklungskatalysatoren in einer verkehrten Welt. Für ein kleines Mezzotinto, nur zwischen uns – ad abstractum.
Minniöhrchen verfolgen des nachts, wie des Tags. Nicht zu beschreibende Scham der Schuld.
Ein weiterer Schritt gegen die fully functioning person. Verantwortungsgefühl als Mindestmaß an Vergeltung.
Immer in Kleider gehüllt, der Kategorie entgegeneilend. Auch im jetzt, die Etikette wandelt sich, nicht aber das Korsett. Schwarz – so, Ray Ban – so und High Heels – so.
Eins oder null. Keine Zwischentöne der Dichotomie. Begrenzung durch außen und Internalisierung durch innen. Stattdessen Fully effectively person.
Der Traum einer verhangenen, saftigen Landschaft – rau und klar.
Spitz deine kleinen Öhrchen, denn es wird das letzte Mal sein. Das Fell sträubt sich mir, ob all der Trichter in die ich renne.
Das Versprechen der Mitbestimmung, wie eingelöst?
Am besten nur noch bunt und behutsam kleiden. Wichtiger noch, ohne Fassade. Der Schmerz, wird ob der gewonnenen Erfahrung kleiner, der Entwicklung als Pfand.
Die Körnchen benetzen, ohne sich von den Gefiederten abschrecken zu lassen.
Ein Apfelbäumchen pflanzen, gegen die Agonie.

Gretchenfrage 2015

Goethes Gretchenfrage: „Faust, wie hältst du es mit der Religion?“ aus dem Jahre 1808 ist aktueller denn je.
Es ist keine geringere, als die Frage nach dem Weltbild und die implizite Forderung an das Gegenüber, sich zu positionieren…

Beim Durchlesen vieler Zeitungsartikel über Praenataldiagnostik, Eizellen – einfrieren, Invitro-Zygoten-Gen-Entschlüsselung, die Debatte ob Trisomie 21 lebenswert ist und die neusten Entwicklungen in der Robotic, ist mir klar geworden: Hier ist wesentlich, welches Weltbild vertreten wird. Denn je nach Weltbild, werden die technischen Möglichkeiten und Fortschritte beurteilt, befürwortet und vorangetrieben. Die zukünftige Entwicklung ist demnach unmittelbar abhängig von diesem, unseren Weltbild.
Schon in der Psychologie wird exemplarisch sehr gut deutlich, dass das jeweilige, zeitlich vorherrschende Weltbild, sich vielfältig gewandelt und entwickelt hat. Deshalb möchte ich einen kurzen, generalisierten Blick auf das jeweilige Weltbild, der fünf grundlegenden Paradigmen in der Psychologie werfen: Psychoanalyse bzw. Tiefenpsychologie, Behaviorismus, Kognitivismus, Humanismus und Neuropsychologie.

Psychoanalyse (um 1890 von Sigmund Freud begründet):
>> Weltbild: Der Mensch wird vom Unterbewusstsein bestimmt, in welchem sich verdrängte Konflikte , Wünsche und Triebanforderungen manifestieren. Das Unbewusste ist ein gewöhnliches Attribut psychischer Prozesse. Jedes psychische Geschehen wird durch ein vorangegangenes bestimmt, nichts geschieht zufällig.
„Schöpferische Leistungen“ sind auf Grund von Sublimierung (-> Umwandlung und Freisetzung der Triebenergie) entstanden. Die menschliche Kultur ist Ergebnis von Sublimierung.

Behaviorismus (1950er, wichtige Vertreter; Thorndike, Watson, Skinner und Pawlow)
>> Weltbild: Der Mensch ist ein passives und inaktives Wesen und wird lediglich durch Umwelteinflüsse und genetische Faktoren geprägt. Er ist ein „unbeschriebenes Blatt“ und konditionierbar. Die Unterscheidung der Menschen besteht lediglich in der Besonderheit der Lernerfahrung. Die Handlungen des Menschen sind ausschließlich Reaktionen auf äußere Reize und er lernt durch Belohnung, oder Bestrafung. Innerpsychische Prozesse werden nicht berücksichtigt, vielmehr gilt der Mensch als sog. Black Box:
Stimulus                  ->                [Black Box]                ->                 Response

Kognitivismus ( kognitive Wende: 1960er, wichtige Vertreter:Tolman, Lewin, Bruner und Piaget)
>> Weltbild: Der Mensch ist ein denkendes, aktives Wesen, welches die Fähigkeit zur Einsicht und Voraussicht besitzt. Hieraus resultiert Verantwortungs- und Entscheidungsfreiheit. Der Mensch besteht aus seinen kognitiv konstruierten Anschauungen und sein Bezugspunkt ist das eigene Weltbild. Entscheidend für seine Handlungen sind somit die Erwartungen und Begründungen der Ereignisse, welche das Individuum erlebt. Kognitive Prozesse beeinflussen die äußeren und inneren Aktivitäten. Sie sind zielgerichtet und selbstbestimmt.
REIZ                 ->          [Kognition]                               ->                 Reaktion
(Situation)         (Wahrnehmung+Inform.verarbeitung)           (bew. Handeln)

Humanismus (ab 1962, wichtige Vertreter: Maslow und Rogers)
[zugehörig: Logotherapie u. Existenzanalyse;Viktor E. Frankl, Neopsychoanalytiker; Erich Fromm, Psychodrama; Hans-Werner Gessmann und Gestalttherapie; Fritz Perls]
>> Weltbild: Der Mensch ist weder durch starke biologisch determinierte Trieb- oder Instinktkräfte getrieben, noch durch allgegenwärtige Umweltdeterminanten manipuliert. Er ist ein aktives Wesen, von Natur aus gut und fähig, seinen eigenen Weg zu wählen. Er strebt nach dem Guten und nach der Verwirklichung seiner Möglichkeiten, sucht nach Veränderungen, plant sein Leben und gibt diesem eine Struktur, um eine optimale Selbstverwirklichung zu erreichen.

Neuropsychologie (ab 1986, Vorreiter: Helmholtz, Fechner, Wundt, heute: Roth)
>> Weltbild: Die Haupteinflussfaktoren auf den Menschen sind, die genetische Disposition, die individuelle Hirnstruktur, Vor- und nachgeburtliche Bindungserfahrung und psychosoziale Faktoren. Maßgeblich ist der Mensch demnach gesteuert  durch: neoronale Prozesse und biochemische Entwicklung, welche bereits im Mutterleib beginnt. Die Mutter-Kind-Bindung in den ersten Jahren, ist ausschlaggebend für die neuronale Entwicklung und Konditionierung des limbischen Systems.
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Ich frage mich jetzt, welches Weltbild liegt unserer heutigen Gesellschaft zugrunde und was impliziert dieses? Vorallem aber frage ich mich, welches Weltbild habe ich selbst, möchte ich zukünftig haben und wohin würde es möglicherweise führen?
Was mir während eingehender Beschäftigung, mit den verschiedenen psychologischen Paradigmen, klar geworden ist, dass ich die humanistische Auffassung am ehesten teile und teilen möchte. Gleichzeitig ist selbst bei der humanistischen Psychologie, für mein Empfinden, der „Geist“  unterrepräsentiert. Ich verstehe unter Geist das philosophische Konzept, einer abstrakten, allem zugrundeliegenden Idee, wie bei Platons Höhlengleichnis beispielsweise. Der Geist, als schöpferische Kraft, welche per se prä-materialistisch ist. Die Vorstellung dass jeder Handlung, jedem Wort, jedem Ding – der Materie, eine Idee als Blaupause zugrunde liegt. Materie als geronnener Geist, das ist mein Weltbild. Das impliziert für mich; Entscheidungsfreiheit und Verantwortung. Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch mehr ist, als eine biologische Zellanhäufung im Dienste der Obrigkeit. Vielmehr ist er Zweck an sich und darf als solcher nicht, im Dienste von Dritt-Interesse, instrumentalisiert werden.
Die Hirnforschung ist sich nach wie vor noch unsicher, ob sich das Konzept vom Determinismus tatsächlich auf das Gehirn anwenden lässt. Klar ist eigentlich nur, dass das Gehirn ungleich komplexer ist, als noch zu Anfangs angenommen. Was im Gehirn Ursache und was Wirkung ist, das ist noch ungeklärt. Dies wiederum bedeutet, dass das Libet-Experiment (zum freien Willen) aus dem Jahre 1979, umstritten bleibt…

Zeitungsartikel im Anhang:
„Gentests am Embryo“
„Die biologische Uhr anhalten – Social Freezing“
„Trisomie 21: Wer darf leben?“

Zustandsskizze 1

Heute über Gestern
Hand in Hand mit dem Kind durch die Herbstblätter. Balancieren. Bäume bestimmen. Ich kenne fast nichts.
Wieso kennst du nichts? Was ist das für ein Baum?
Ich weiß nicht. Von dem Kind in die Nase gebissen werden. Liebevoll. Wie ein kleiner, verspielter Welpe. Ich schaukle, schaukle, schaukle und falle, oh so plötzlich in deinen Schoß…
Warum, warum, warum dies und nicht das? Aus was bestehen eigentlich Apfelkerne? Was ist denn der Unterschied zwischen dem Modell Globus und der Welt? Plastik versus organische Schichten? Einfach nur Schichten? Kannst du mir…zeigen? Im Leben des anderen integriert, ganz plötzlich und unmittelbar. Aber nicht zwangsläufig beiderseitig. Du bist so ordentlich!
Dieses plötzliche, ziehende Gefühl der Sucht. Längst vergessen, zack, auf einmal wieder da, fast wie Sodbrennen und vermissens Emotion zusammen.
Ich kämme, kämme, kämme mir die Haare, beruhige dich und mich. Ich will frei von allen Ansprüchen, auf dem Flow dahin treiben…Oh Gott in D-Moll Requiem, schaurig- wunderbar. Warum kommt keiner mehr an die Klassik heran? Sie scheint qualitativ unübertroffen. Gibt es das überhaupt? Was würde ein Mozart im 21.Jahrhundert komponieren? Wie wird Qualität bestimmt? Von wem?
Das – ist – gut!
Seit zwei Jahrhunderten. Dann werde doch Schriftsteller! Einfach so. Blockaden vielerlei, mit viel Aufmerksamkeitsgeschrei.
Tja die Oma zieht auch noch manchmal Stöckelschuh an, macht sich schick! Damit hättet ihr gar nicht gerechnet, was?
Die Oma wird vermisst. Meine. Eine Bilderbuch Oma. Herzensgute Person. Liebevoll und fast schon zwanghaft fürsorglich, immer präsent und dabei trotzdem unauffällig.
Wusstest du schon, dass ein Mensch eine starke Präsenz ohne physische Anwesenheit haben kann? Doch wieder der Geist! Es hängt alles am Geist,mit ihm zusammen!
Dort schwankten sie beide nebeneinander, heftig hin und her, hin und her, hin und her, wie Blätter im Wind. Schließlich war es Herbst.Ja, kein Sommer und auch noch nicht Winter. Auch noch kein Matschwetter. Noch nicht mal eisig, klar und kalt. Einfach wärmender, lichter, verspielter Herbst. Bunt, ein bisschen.
Die ersten Jahre also frei verbracht. Draußen und drinnen. Natürlich.
Das Schokoladenpiktogramm ist falsch aufgemalt. Das Öffnungssymbol kombiniert mit den Stückchen. Wobei ersteres die Rückseite impliziert, zweiteres sich auf die Vorderseite beschränkt. Das hat sie selbst bemerkt und kein Erwachsener. Kinder Kinder können viel, wenn man´s ihnen lassen will. Erwachsene aber wollen mehr, vor allem beanspruchen.
Ernst genommen werden. Nedrew nemmoneg tsnre!
High werden von der roten Farbe, immer wieder schnüffeln sie herum. Das gleiche Prinzip, die Ähnlichkeiten der Verhaltensmuster. Was es wohl aussagt? Unmittelbare Motte im hier. Geh nach dort!